Am vergangenen Wochenende durften wir zum ersten Mal die Organisation Sincere Heart besuchen – ein Team, das mit unendlich viel Wärme und Hingabe verschiedene Arten von Recovery Camps organisiert.
Diese Camps reichen von eintägigen Begegnungsformaten bis hin zu mehrtägigen Programmen, die tiefgreifende psychologische Unterstützung, Alltagsintegration und Vertrauensaufbau ermöglichen. Sie bieten geflüchteten Kindern und ihren Müttern einen sicheren Raum, um anzukommen, sich zu öffnen und wieder ein Stück Normalität zu erleben.
Wir selbst haben ein Tagescamp für eine Schule finanziert, das darauf ausgerichtet war, geflüchtete Kinder spielerisch mit ihren neuen Mitschüler*innen in Kontakt zu bringen. 70 Kinder und 9 Lehrkräfte haben gemeinsam gelacht, gespielt und Mut gefasst – und die Lehrkräfte berichteten uns später von spürbaren Veränderungen, besonders bei Kindern, die sonst sehr still sind.
Sincere Heart erzählte uns außerdem von einem besonders bewegenden Moment aus einem ihrer mehrtägigen Camps:
Ein vierjähriger Junge, der seit Beginn des Krieges nicht mehr gesprochen hatte, begann dort während der Spiele plötzlich wieder zu reden. Dieser Durchbruch hat das gesamte Team zu Tränen gerührt
und zeigt, wie wertvoll diese Arbeit ist.
Wir haben zusätzlich Sportgeräte, Outdoor‑Spielmaterial, Schreibwaren und Süßigkeiten übergeben – Dinge, die den Camps Freude, Struktur und Leichtigkeit schenken.
Im Anschluss besuchten wir die Organisation Sametut, die Menschen aus dem besetzten Melitopol unterstützt. Sie helfen Geflüchteten, einen neuen Anfang zu finden – mit Wohnungs- und Jobsuche, Rehabilitationsangeboten, Hilfsgütern und vor allem mit einem starken Gemeinschaftsgefühl.
Als wir ankamen, lief gerade eine Veranstaltung zum Thema Vitamine. Kinder und Erwachsene spielten gemeinsam, bereiteten Obstsalat zu und lernten, wie wichtig gesunde Ernährung ist – ein Moment der Leichtigkeit in einem Alltag voller Unsicherheit.
Wir hatten Windeln, Powerbanks, Lampen und Fahrräder als Spenden mitgebracht.
Die Hygieneartikel hingegen wurden von uns finanziert, aber vom Team vor Ort vorab gekauft. Gemeinsam haben wir sie an diesem Tag sortiert, gepackt und an die Menschen
verteilt.
Beim gemeinsamen Mittagessen erzählte uns das Team von ihrem Alltag mit ständigen Luftalarmen. Zwei Alarme pro Woche gelten dort als „wenig“ – in Kiew sind es oft fünf am Tag. Während unseres Besuchs ertönte ebenfalls ein Alarm, der glücklicherweise schnell aufgehoben wurde.
Trotz all dieser Belastungen spürt man bei Sametut eines ganz deutlich:
Liebe, Zusammenhalt und unerschütterliche Hoffnung.
Gemeinsam haben wir knapp 800 kg Hilfsgüter übergeben – und doch ist der Bedarf größer denn je.
Diese Reise hat uns gezeigt, wie viel Mut in den Menschen steckt, die wir treffen durften – und wie viel unsere Unterstützung bewirken kann.
Doch die Realität bleibt hart. Viele Familien kämpfen täglich darum, Sicherheit, Wärme und Stabilität zu finden.
Hilf uns, weiterzufahren. Weiterzugeben. Weiter Hoffnung zu bringen.
Damit wir auch beim nächsten Mal wieder dort ankommen, wo Hilfe dringend gebraucht wird.
Jede Unterstützung zählt. Wirklich jede.